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In einer gut besuchten
Veranstaltung im TUSCULUM Putbus konnte am 25.10.2002
der Biograf Hans Hübner aus Berlin nach rd. 18
jähriger intensiver Forschung und Recherche die
Biographie der antifaschistischen Künstlerin Helen Ernst
vorstellen. Rezitator und Inhaber des TUSCULUM Putbus,
Heinz Nied, konnte bereits mit seinen Begrüßungsworten auf
die Verbindungen mit Helen Ernst's erstem Ehemann, den
ehemaligen Bauhäusler Wolf Hildebrandt (HIL) verweisen.
Das Sammlerehepaar Barbara und Heinz Nied verfügt über
eine umfangreiche HIL-Sammlung, die für die Dauer von
10 Jahren ihre Heimat in der Orangerie Putbus gefunden
hat.
Menschen wie Hans und
Lea Grundig, Carl Meffert, Willi Münzenberg, Paul Citroen
und vor allem Käthe Kollwitz fühlte sich Helen
Ernst sehr verbunden und von ihnen beflügelt. Als uneheliches
Kind eines deutschen Auslandsbeamten und seiner
aus Niedersachsen stammenden Hausangestellten wurde
Helen Ernst 1904 in Athen geboren. Der kaisertreue Vater
adoptierte die Tochter und ließ sie in Zürich und Berlin
gutbürgerlich erziehen, währenddessen er die Mutter
verstieß.
Ihr ganzes Leben begleiteten
sie die traumatischen Ängste vor dem despotischen Vater.
Zum besonders erschütternden Jugenderlebnis wurde ihr
die zufällige Begegnung mit der Mutter, die als Fabrikarbeiterin
ein elendees Dasein fristete. Als Modezeichnerin und
mondäne Designerin stieg die talentierte Helen Ernst
zu einer der Frauen der "goldenen zwanziger Jahre"
auf.
Weitere Lebenstationen:
Unterstützung antifaschistischer Aktionen der Roten
Hilfe, der KPD und der Assoziation Revolutionärer Bildender
Künstler Deutschlands. Engagiert in der Künstlerkommune
"Fontana Martina" in der Südschweiz.
1933 zweimal in den Frauengefängnissen Berlin und Kiel
inhaftiert. 1934 Emigration in die Niederlande und Unterstützung
des Widerstandes gegen Hitler. 1940 verhaftet und in
das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verbracht,
wo sie bis zur Befreiung am 1. Mai 1945 verblieb.
Ihr künstlerischer Neubeginn in Schwerin wurde überschattet
von Vorwürfen einzelner KZ-Kameradinnen, sie hätte in
der Lager-SS kollaboriert. 1948 - bereits schwer an
TBC erkrankt - wurde Helen Ernst voll rehabilitiert.
Sie fand Ihre letzte Ruhestätte auf dem Bergfriedhof
Große Zicker auf der Insel Rügen.
Beeindruckend und bedrückend
zugleich die Passagen aus Briefen Helen Ernst's.
- Bibliographische Angaben zumTitel:
- Hübner,Hans: "Ein zerbrechliches
Menschenskind - Helen Ernst (1904-1948). Biographie einer
antifaschistischen Künstlerin zwischen Athen, Zürich, Berlin,
Amsterdam, Ravensbrück und Schwerin",
- trafo verlag 2002, ca. 250 S.,
zahlr. Abb., Register, ISB
3-89626-147-9,
- EUR 24,80
- Auslieferung: III. Quartal 2002
- Bezug: trafo verlag, dr. wolfgang
weist, Finkenstraße 8, 12621 Berlin oder in allen
Buchhandlungen
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- Fotos
von der Buchvorstellung
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